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01.09.2018 08:42

Kalligraphie und Sütterlinschrift Kurse an der VHS Cottbus - 2018

Kalligraphie für Einsteiger: In diesem Kurs erlernen Einsteiger mit Hilfe der gotischen Buchstaben und unterschiedlicher Feder- und Schriftgrößen die Aspekte der Blatt- und Farbgestaltung bis hin zu eigenen kreativen Schöpfungen auf unterschiedlicher Papiergröße.
Sütterlinschrift und ihre Anwendungen: Geeignet ist dieser Kurs für Familienforscher, Wappenkundler, Studenten des Bauwesens, Deutschlehrer und Schreib- und Leseinteressierte ohne Vorkenntnisse.
Alte Handschriften lesen lernen:
Dieser Kurs wendet sich nicht nur an Historiker, Archivare, Genealogen, Ortschronisten oder Deutschlehrer, sondern an alle, die sich für alte handgeschriebene Schriftstücke vergangener Epochen interessieren und diese durch Lesen inhaltlich erschließen möchten.

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Termine Sütterlinstube

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Lesen und Schreiben lernen

Schreibwerkzeuge der zurückliegenden Zeit

Der Schreibvorgang und sein notwendiges Zubehör, nämlich Schreibunterlage und Schreibgerät, stehen stets in direkter Beziehung zueinander.

 Als älteste Beschreibstofffe zähle ich Stein, Holz und Wachs und Ton. Danach ausgerichtet wurden die Schriftzeichen eingeschlagen, -geritzt oder -gedrückt. Daraus ergibt sich mit der Härte der Schreibunterlage auch der meist eckige und unverbundene Duktus der Schrift, die vermittels metallenen Griffels in steinerne Zeugnisse in Form der konstruierten Monumentalschriften der Griechen und Römer und auch die ägyptischen Hieroglyphen als Zeremonialschrift des Gottkönigstums der Pharaonen innerhalb und außerhalb ihrer Bauwerke die Jahrtausende überdauerten.

 Tontafeln

Für den Geschäfts- und Verwaltungsverkehr benutzten die Schreiber 2- bis 3000 v.u.Z. in Mesepotamien Tontafeln, die mit einem Rohrspatel oder einem dreikantigem Holzstab im weichen Ton beschriftet wurden.      Welche Bedeutung die Tontafeln im Zweistromland hatten, erkennt man an der Tatsache, daß in den Überresten des Palastes des Königs von Sanheri (um 700 v.d.Zr) bei Ausgrabungen im Jahre 1845 eine Bibliothek mit über 5000 Tontafeln - jeweils in der Größe eines Schulschreibheftes - und etwa 26 000 Tafelfragmente gefunden hat.  Ebenso erstaunlich war die 1902 im Ruinenfeld von Susa entdeckte   2,25 m hohe Steinsäule aus  schwarzem  Basalt:   Die Gesetzesstele des Hammurabi (1728 bis 1686 vor unserer Zeitrechnung König von Babylon).  In sorgfältiger Keilschrift sind dort 282 Gesetze und Vorschriften zur Rechtsprechung eingemeißelt. Zahlreiche Kopien sind nach diesem Original auf Tonzylindern übertragen worden- dienten so im Hoheitsgebiet aufgestellt als Gesetzbuch.

 Holztafeln

Und weil das Werden und Vergehen von Holz und Wachs der Vergänglichkeit anheim fallen, finden wir derartige museale Hinterlassenschaften erst aus der Zeit der römischen Spätantike bis etwa zum Ende des 14. Jahrhunderts. Holzkerb- und -druckschrifttafeln sind mit Hilfe von Metallschitzeisen entstanden. Die Griechen und Römer, die keine Tontafeln brannten, benutzten geweiste Holztafeln, auf denen sie Gesetze, Staatsurkunden und Manifestationen der Tagespolitik auf Holzpfeilern oder an hölzernen Stäben - drehbar aufgehängt- zu Veröffentlichungen verwendeten. 

Wachstafeln

Vielmehr Anwendung und Verbreitung erfuhren die mit einem Stilus aus (Edel)Metall, Elfenbein, Glas oder Knochen beschriebenen Wachstafeln (etwa 9 x 17 cm groß), indem in die vom Rand aus abstandsgleiche, mit Wachs ausgefüllte Vertiefung Mitteilungen verschiedenster Art eingeritzt wurden. Das deckungsgleiche Duplikat wurde nach der Beschriftung zusammengeklappt, verschnürt und "versendet". Beim Adressaten angekommen, wurde die spatelähnliche Gegenseite des spitzen Teiles des Stilus nach dem Lesen zur Löschung der Information verwendet und konnte anschließend erneut beschrieben, verknotet und per Boten versendet werden.