Erwähnenswert unter den Schriftentwicklungen auf der Grundlage der Sütterlinschrift ist die Hermersdorfer. Benannt nach ihrem Schöpfer, Martin Hermersdorfer (1894 - 1981), entwickelte er als Schüler von Rudolf Koch und mit dessen Einverständnis die Offenbacher Schrift in einigen Buchstaben im Jahre 1951 neu.
Alle Schwünge in den An- und Abstrichen der Versalien wurden schreibfreundlicher vereinfacht. Nunmehr mit einer schmalen Bandzugfeder geschrieben, entstand ein schlicht gestaltetes Schriftbild in übersichtlicher Klarheit. Das führte auch dazu, daß nach 1945 lediglich die Hermersdorfer in einigen Regionen Südwestdeutschlands bis 1955/56 als Zweitschrift neben der lateinischen Schrift gelehrt wurde.